Vogtländische Initiative zur Unterstützung der Therapietreue und Adhärenz von Patienten mit chronischen Gesundheitsproblemen

VITA


Medizinische Fachrichtungen
Allgemeinmedizin
Versorgungsebene
ambulante Versorgung
Zielsetzung

Ziel des Versorgungsangebotes ist die Implementierung und Umsetzung des VITA-Versorgungspfades in der Versorgungspraxis. Durch die Umsetzung einer generischen Basistherapie als präventiver Ansatz sollen chronisch kranke Patienten zum richtigen und angemessenen Umgang mit der eigenen Gesundheit und Krankheit im Alltag befähigt und somit die Qualität der Versorgung von Versicherten mit abdominaler Adipositas durch Reduzierung von Risikofaktoren verbessert werden.

Szenario
Beschreibung:

Übergewicht und Adipositas werden in Zusammenhang mit dem deutlichen Anstieg verschiedener Folgeerkrankungen wie z. B. Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Typ 2-Diabetes, Schlafapnoe und Gelenkerkrankungen gebracht. Die Adipositas hat aufgrund der Komorbidität und der eingeschränkten Belastbarkeit großen Einfluss auf Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen. Langfristige Strategien zur Gewichtsreduktion und Therapie der Adipositas sind deshalb dringend notwendig.

Als ambulantes Behandlungsprogramm umfasst der VITA-Versorgungspfad Eingangsuntersuchung und Eingangsdiagnostik, Durchführung des strukturierten Basisprogrammes mit Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie sowie Nachbetreuung mit Kontrolldiagnostik im Rahmen einer abgestimmten Leistungssektoren übergreifenden besonderen Versorgung zwischen Hausarzt, VITA-Kompetenzzentrum und Therapiebegleiter. 

In Form eines ambulanten Behandlungs- und Therapieprogramms soll unter ärztlicher und therapiebegleitender Überwachung die langfristige Verminderung des Bauchumfangs des Patienten verbunden mit einer Verbesserung Adipositas-assoziierter Risikofaktoren und Krankheiten, Verminderung des Risikos für vorzeitige Sterblichkeit, Arbeitsunfähigkeit, vorzeitige Berentung sowie Steigerung der Lebensqualität (vgl. „Interdisziplinäre Leitlinie (LL) der Qualität S3 zur Prävention und Therapie der Adipositas“) erreicht werden.

Das Therapie- und Behandlungsprogramm verbindet ärztliche Behandlung mit Maßnahmen der Prävention. Ausgangspunkt des Therapieprogramms ist eine ärztliche Diagnostik (VITA Diagnostik-Programm mit Funktionsdiagnostik, Körperkompartiment-Diagnostik und psychosozialer Diagnostik). Danach schließt sich eine Basistherapie mit generischen Therapieinhalten zur Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie an. Diese soll unter Begleitung durch den Therapiebegleiter sowie den behandelnden Hausarzt durchgeführt werden. Im Ergebnis sollen die S3-LL Adipositas Empfehlungen durch die ambulante Versorgungsschleife - vom delegierenden Hausarzt/ Arzt über das regionale VITA Kompetenzzentrum, das die komplexen und zeitaufwändigen hausärztlichen Leistungen der Basistherapie patientenzentriert mit einem interdisziplinär-multimodalem Versorgungsansatz strukturiert - und der anschließenden obligaten, aktiven Wiedereinbindung des Hausarzt/ Arzt in die Nachbetreuung umgesetzt werden. Durch die Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte mit dem VITA Kompetenzzentrum (Experten- und Therapeutenteam) gestaltet sich eine systematische Versorgungsschleife zur Unterstützung des Behandlungs- und Heilungsprozesses chronisch Kranker.

Informationsgewinnung und -übertragung:

Mit dem VITA-Webportal mein.therapieziel.de steht jedem Akteur des VITA-Versorgungsprogramms (Patient/ Hausarzt/ VITA-Arzt/ VITA-Therapiebegleiter) ein Zugang zu allen relevanten Informationen zur Verfügung.

Hausarzt und VITA-Kompetenzzentrum stellen die für das VITA-Programm relevanten Informationen, nachdem der Patient hierzu explizit eingewilligt hat, in einer elektronischen Fallakte (eFA) zur Verfügung. Ein auf das Versorgungsprogramm abgestimmtes Rechte- und Rollenkonzept stellt sicher, dass nur die Informationen eingesehen werden können, die für die Betreuung des Patienten in der jeweiligen Situation notwendig sind. Der Patient kann jederzeit Zugriffsrechte für bestimmte Rollen einschränken oder ganz entziehen.

Der Patient kann neben seinen Diagnostikergebnissen und Therapiezielen auch die Therapieinhalte der bereits absolvierten Therapieeinheiten über das Webportal einsehen und zur Wiederholung/ Rekapitulation nutzen. Das Terminmanagement und die Kommunikation mit dem Patienten wird ebenfalls über das Webportal sichergestellt.

Zur weiteren Steigerung des Selbstmanagements kann der Patient basierend auf der IST-Analyse und seiner Therapieziele im VITA-Programm seine Fortschritte dokumentieren und visualisieren.

Informationsempfänger und -verarbeitung:

1. Hausärzte informieren den Patienten über das Versorgungsangebot. Bei Interesse des Patienten melden sie diesen im VITA Zentrum vor.
2. Patienten vereinbaren selbst einen Termin im VITA Zentrum.
3. Im VITA Zentrum schreiben Sie sich in das VITA-Versorgungsprogramm ein. Eine umfassende Eingangsuntersuchung und Eingangsdiagnostik wird durchgeführt.
4. VITA-Ärzte werten im Sinne der patientenorientierten Entscheidungsfindung die Untersuchungsergebnisse aus und vereinbaren
individuelle Therapieziele.
5. Patienten erhalten Ihre Zugangsdaten für das VITA-Webportal.
6. 5× zwei Stunde pro Woche lernen Patienten in der Gruppe alles Wissenswerte kennen und erproben anschließend Ihre Therapiealternativen im Alltag.
7. Nach 6 Monaten überprüfen Arzt und Patient gemeinsam, ob und wie sich die Diagnostikergebnisse verbessert haben und vereinbaren ein weiterführendes Therapieziel.
8. In der Gruppe frischen Patienten noch einmal Ihr Wissen auf und tauschen Erfahrungen aus dem Alltag aus.
9. Zur Unterstützung des Selbstmanagements kann das VITA-Webportal noch weitere 1,5 Jahre genutzt werden.

Abgeleitete Maßnahmen:

Keine Angabe durch den Projektträger

Zusätzliche Maßnahmen:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Beteiligte und Teilnehmende
Zielgruppe:

Patienten mit starkem Übergewicht/ Adipositas.

Einschlusskriterien:

Teilnahmeberechtigt sind alle Versicherten der AOK PLUS, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

· Versicherte ab vollendetem 18. bis in der Regel 65. Lebensjahr mit abdominaler Adipositas (ICD E66.-; BMI ≥ 30 kg/m², Bauchumfang ≥ 88 bei Frauen und ≥ 102 cm bei Männern),

· und der ständigen Verordnung bzw. Einnahme von mindestens einem Dauermedikament

· Freiwilligkeit, Motivation und Kooperationsfähigkeit des Versicherten (Adhärenz).

Ausschlusskriterien:

Die Teilnahme an der Besonderen Versorgung ist in der Regel ausgeschlossen, wenn folgende Kriterien vorliegen oder der Versicherte an einer der folgenden Erkrankungen leidet bzw. einer der genannten Ausschlusstatbestände vorliegen:

· manifeste Essstörungen (F50.-)

· schwerwiegende Begleiterkrankungen bzw. interkurrente Erkrankungen, die eine Teilnahme an VITA nicht in vollem Umfang zulassen,

· akute oder schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen

· akute/aktive Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen)

· Schwangerschaft (O00-O99)

Teilnehmende Versicherte:

Einzugsgebiet: DE Sachsen

Auswahl-/Zugangsverfahren der Versicherten:

Keine Angabe durch den Projektträger

Anreizsystem für Teilnehmer:

Keine Angabe durch den Projektträger

Einbindung der Versicherten:

Keine Angabe durch den Projektträger

Teilnehmende Leistungserbringer:

Physiotherapeut/in, Weitere nichtärztliche Gesundheitsberufe, Ärzte

Auswahl-/Zugangsverfahren der Leistungserbringer:

Keine Angabe durch den Projektträger

Kostenträger:

AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen
Frau
Britta
Beck
Web: https://www.aok.de/pk/plus/

Adresse:
Sternplatz 7
01067 Dresden
Deutschland

Weiterführende Informationen

Keine Angabe durch den Projektträger

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Evaluation
Durchführung einer Evaluation:

Vorgesehen

Typ der Evaluation:

Medizinisch, Ökonomisch

Ziele der Evaluation:

Nachweis von Verbesserung der Qualität, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Versorgung. (§ 140 a Abs. 2 SGB V)

Durchführende Organisation:

Keine Angabe durch den Projektträger

Art/Typ des Evaluationskonzeptes:

Keine Angabe durch den Projektträger

Art des Evaluationsdesigns:

Keine Angabe durch den Projektträger

Art der verwendeten Daten:

Keine Angabe durch den Projektträger

Ergebnisse:

Keine Angabe durch den Projektträger

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PICO Fragen
Patientenkollektiv:

Keine Angabe durch den Projektträger

Intervention:

Keine Angabe durch den Projektträger

Kontrollgruppe:

Keine Angabe durch den Projektträger

Outcome:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Rechtsgrundlage
Vorhandene Rechtsgrundlage:

§ 140 a SGB V (Integrierte Versorgung)

Zusätzliche Rechtsgrundlage:

Keine Angabe durch den Projektträger

Angestrebte Rechtsgrundlage:

Keine Angabe durch den Projektträger

Genutzte Förderprogramme:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Technik
Technische Komponenten:

Das VITA-Webportal basiert auf dem modularen Systembaukasten GerontoNet für digitale Gesundheitsanwendungen und entspricht den hohen Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz eines Medizinproduktes.

Ergänzend zu elektronischen Patientenakten bietet das Ecosystem nicht nur Informationen zum Patienten, sondern bindet alle an der Versorgung teilnehmenden Partner einschließlich des Patienten in den Behandlungsverlauf aktiv ein. Die Module und Komponenten von GerontoNet setzen auf bestehende IT-Infrastrukturen auf und für unsere Partner entstehen keine Investitionskosten (Pay-per-Use).

Weitere Informationen: help.gerontonet.org/display/HDG/Wilkommen

Verwendete Standards:

Keine Angabe durch den Projektträger

Weitere verwendete Standards:

Interoperabilität ist für die Kommunikation zwischen den medizinischen Leistungserbringern aufgrund der Vielzahl von eingesetzten IT-Systemen ein wesentlicher Faktor. Dieser ist unter anderem durch gemeinsam verstandene Definitionen, wie zum Beispiel die des Patienten und der zu ihm bekannten medizinischen und sozialen Informationen, sowie deren Wiederverwendbarkeit gekennzeichnet.

Im Ecosystem GerontoNet stehen auf dem FHIR-Standard (Fast Healthcare Interoperability Resources) basierende Schnittstellen bereit. Die in den Standard-Profilen der IHE (XDS), HL7-Familie (HL7 V2) und xDT-Familie definierten Kommunikationsmuster zum strukturierten Informations- und Dokumentenaustausch sind ebenfalls etabliert.

Weitere Informationen: help.gerontonet.org/display/VH/Schnittstellen

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Verwandte Projekte
Verwandte Projekte:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Fakten auf einen Blick

Projektlaufzeit:

01.01.2019 bis 31.12.2022

Stand:

21.09.2020

Webpräsenz:

Gesamtprojektleiter :

vital.services GmbH
Florian Meißner

Adresse:
Dittrichring 4
04109
Deutschland
Zur Webseite kontakt@vital-services.de

Ärztlicher Projektleiter:

Paracelsus Kliniken Adorf/ Schöneck
Herr Dr. Andreas Dunger

Adresse:
Sorger Straße 51
08626 Adorf
Zur Webseite
vita@adorf.pkd.de

Veröffentlichungen:

Wissenschftliche Publikationen:
Keine Angabe durch den Projektträger

Datenschutzkonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger

Qualitätssicherungskonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger