Semantische Interoperabilität durch Pflegeterminologie

Pflegeklassifikation


Medizinische Fachrichtungen
Allgemeinmedizin // Augenheilkunde // Chirurgie // Diabetologie // Geriatrie // Gynäkologie // Hämatologie // Innere Medizin // Intensivmedizin // Kardiologie // Neurologie // Onkologie // Orthopädie // Palliativmedizin // Phlebologie // Pneumologie // Psychiatrie und Psychotherapie // Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie // Pädiatrie // Rehabilitation // Rheumatologie // Urologie
Schlagworte
elektronische Fallakte (eFA) // elektronische Gesundheitsakte (eGA) // elektronische Patientenakte (ePA) // kassenübergreifend // sektorenübergreifend
Versorgungsebene
Diagnostik // ambulante Versorgung // stationäre Versorgung

Pflege in allen Sektoren

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Zielsetzung

Standardisierte Pflegeprozessdokumentation mit BAss und ENP-Interventionen:

Es wurden in 2018 und 2019 zwei OPS-Anträge beim DIMDI gestellt, welche für jede Klink zwei standardisierte Instrumente für die elektronische Pflegeprozessdokumentation kostenfrei zu Verfügung stellt. Die Anträge werden erneut in 2020 gestellt. Bei den Instrumenten, welche über eine Fachkommission der Fachgesellschaft Profession Pflege e.V. basierend auf bestehenden, bereits wissenschaftlich untersuchten Instrumenten aufsetzt, handelt es sich um ein pflegerisches Basisassessment den BAss (http://www.pro-pflege.eu/bass/allgemeine-informationen) und eine Auswahl von ENP-Pflegemaßnahmen aus dem Pflegeklassifikationssystem ENP (http://www.pro-pflege.eu/enp-Informationen)

Die OPS-Anträge wurden vom Bundesverband Pflegemanagement e.V. und der Fachgesellschaft Profession Pflege e.V. beim DIMDI eingereicht. Ziel ist es, neben positiven Effekten im Bereich der semantischen Interoperabilität künftig wertvolle Daten und Informationen zur Pflegepersonalsteuerung und Qualitätsbewertung zu erhalten. So kann bei Nutzung der Terminologie künftig der BAss-Index genutzt werden, um die durchschnittliche Fallschwere einzuschätzen. Ebenso steht der Work-flow-Index zur Bewertung der Arbeitsbelastung sowohl prospektiv, als auch retrospektiv zu Verfügung.

Weitere vertiefte Informationen zu z.B. folgenden Themen

  • softwaretechnische Umsetzung und Datenstruktur,
  • Mapping mit anderen Assessmentinstrumenten wie z.B. Barthel,
  • hinterlegte Zeitwerte auf ENP-Interventionsebene

und vieles mehr erhalten Sie auf der Internetseite www.pro-pflege.eu oder bei Anfrage. Bitte wenden Sie Anfragen an info@pro-pflege.eu

Lesen Sie auch die Überlegungen zur künftigen Pflegepersonalsteuerung mit den beiden Instrumenten www.pro-pflege.eu/files/inhalte/stellungnahmen/Positionspapier_Systementwicklung%20Pflegebudget_ProPflege.pdf

Szenario
Beschreibung:

Das BAss bietet dem Nutzer aufgrund seiner breiten Itemstruktur eine Vielzahl verschiedener Informationen, die ansonsten von der Pflegeperson gesondert erhoben werden müssten. Score-Werte international anerkannter Assessmentinstrumente können durch die Anwendung des BAss ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand ausgeleitet werden. Hierbei ist auf Unterschiede zwischen der EDV-gestützten Version und der Papierversion hinzuweisen.

Auf Basis der durch das BAss erfolgten Patienteneinschätzung ist es mithilfe sogenannter Mappings für beide BAss-Versionen möglich, die Scorewerte folgender Skalen auszuleiten:

- Barthel-Index (Mahoney & Barthel, 1965)
- Erweiterter Barthel-Index (Prosiegel et al., 1996)
- Frührehabilitations-Barthel-Index (Schönle, 1996)
- Die Module 1 bis 4 des „Neuen Begutachtungsassessment (NBA)“ (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), 2016).

European Nursing care Pathways (ENP) ist eine standardisierte Pflegefachsprache, die Pflegende bei der Pflegeplanung und Dokumentation unterstützt. Die Entwicklung von ENP hat 1989 begonnen. Sie umfasst alle Elemente des Pflegeprozesses (Pflegediagnosen, Ziele und Interventionen [= Pflegemaßnahmen]), die für eine nachvollziehbare Pflegedokumentation erforderlich sind. Durch Auswahl der für den Patienten relevanten Sprachbausteine wird der individuelle pflegerische Behandlungspfad (= care pathway) für den jeweiligen Patienten generiert. Die Pflegefachsprache ist im Sinne einer Pflegeklassifikation sortiert und geordnet. Damit wird das Auffinden von Pflegediagnosen, -zielen und -maßnahmen erleichtert. Genauere Hintergründe zu ENP können Sie unter de.wikipedia.org/wiki/European_Nursing_Care_Pathways sowie in den wissenschaftlichen Hintergründen zu ENP nachlesen: www.recom.eu/files/recom/40-wissen/enp-entwicklung/einleitung/ENP_Wissenschaftliche_Hintergruende_2017_DE.pdf

Kostenfrei wird aus der ENP Klassifikation eine ENP-Interventionsliste von ca. 1000 Pflegemaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Informationsgewinnung und -übertragung:

Adäquate, einheitliche und differenzierte Abbildlung des Pflegeprozesses in der elektronischen Patientenakte.

Aussagekräftige Erfassungsmöglichkeit über den Patientenzustand und das pflegerische Handlungsgeschehen.

Deutliche Reduktion des Dokumentationsaufwandes auf die Kernaufgaben der Pflegeprozessdokumentation, Abschaffen der Doppeldokumentation und Ressourcenoptimierung bei Wiederaufnahme durch Datenübernahmen aus dem Voraufenthalt.

Informationsempfänger und -verarbeitung:

Die Daten aus der Regeldokumentation des Pflegeprozesses können mehrfachgenutzt werden.

Bewertung der pflegerischen Versorgungsqualität durch Ableitung von pflegesensitiven Qualitätsindikatoren.

Daten zur pflegebedarfsorientierten Pflegepersonalsteuerung.

Überleitung der pflegerischen Versorgungsdaten im Rahmen einer standardisierten Überleitung in andere Sektoren.

Verfeinerung des Pflegelast-Kataloges des InEK und damit Förderung des Pflegepersonalquotienten zur Verbesserung der Pflegepersonaluntergrenzen. Durch die Verfeinerungen können die Untergrenzen pflegebedarfsabhängig gestaltet werden.

Ersetzen des OPS 9-20 und der pflegerischen Nachweispflichten einer aktivierend-therapeutischen Pflege in den anderen Komplexkodes. Vereinfachung der bisherigen pflegerischen Nachweispflichten im Bereich der ICD-10 und OPS-Kodierung, durch automatisierte Generierungsprozesse.

Schaffung und Nutzung der Datengrundlage für eine adäquate Finanzierung pflegerischer Leistungen orientiert an einem qualitativ ausgerichteten Leistungsgeschehen und damit einer Ablösung der Personaluntergrenzen und der Pflegebudgetverhandlungen basierend auf den Ist-Kosten. Künftig sollen Pflegebudgets am Leistungsgeschehen orientiert verhandelt werden. Damit können die jetzt gesetzten Fehlanreize der Aufgabenverschiebung und Qualitätsdefizite wirkungsvoll behoben werden. Gute pflegerische Versorgung wird angemessen finanziert.

Abgeleitete Maßnahmen:

Aufnahme der OPS-Anträge beim DIMDI

Aufnahme der Daten in die Softwareprodukte

Zusätzliche Maßnahmen:

Entwicklung der Qualitätsindikatoren basierend auf der Datengrundlage. Hier liegen bereits Erfahrungen und Vorarbeiten vor.

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Beteiligte und Teilnehmende
Zielgruppe:

Krankenhäuser, Altenpflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Psychiatrische Kliniken.

Zusammengefasst überall dort wo Pflege für einen Patienten, Bewohner, Klienten geplant und durchgeführt wird.

Einschlusskriterien:

siehe oben

Ausschlusskriterien:

keine

Teilnehmende Leistungserbringer:

Ambulante Pflege (z.B. Pflegedienst), Krankenhäuser, Pflegeheim, Weitere nichtärztliche Gesundheitsberufe

Kostenträger:

keine

Weiterführende Informationen

keine

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Rechtsgrundlage
Vorhandene Rechtsgrundlage:

Keine Angabe durch den Projektträger

Zusätzliche Rechtsgrundlage:

Vereinsebene im Ehrenamt

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Technik
Technische Komponenten:

siehe Internetseite und auf Anfrage

Verwendete Standards:

Keine Angabe durch den Projektträger

Weitere verwendete Standards:

Der BAss ist ein standardisiertes Basisassessment, welches auf Grundlage unterschiedlicher Assessmentinstrumente entwickelt wurde.

Die ENP-Interventionen stammen aus dem ENP-Pflegeklassifikationssystem.

www.recom.eu/files/recom/40-wissen/enp-entwicklung/einleitung/ENP_Wissenschaftliche_Hintergruende_2019_DE.pdf

Die Nutzung der ENP-Interventionen ist vertraglich zwischen der RECOM GmbH (https://www.recom.eu) und der Fachgesellschaft Profession Pflege e.V. geregelt.

 

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Fakten auf einen Blick

Stand:

05.11.2019

Webpräsenz:

Ansprechpartner :

Fachgesellschaft Profession Pflege e.V.
Dr. Pia Wieteck

Adresse:
Falterstraße 15
85107
Deutschland
Zur Webseite Pia.Wieteck@t-online.de
Mobile: 01728639253
Telefon: 08453 3377900

Ärztlicher Projektleiter:

Keine Angabe durch den Projektträger

Veröffentlichungen:

Wissenschftliche Publikationen:
Wieteck, P. (Ed.). (2020). ENP-Praxisleitlinien: Pflegediagnosen, Pflegeziele, Pflegemaßnahmen (3. ed.). Kassel: RECOM. Hausherr et al. 8.2 Pflegerisches Basis-Assessment und Fokus-Assessment IN: Wieteck, P. et al. (Eds.). (2019). Handbuch 2019 für Pflege und Vergütung. Alles über Pflegekomplexmaßnahmen-Score (PKMS), Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) und Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) (Vol. 10.). Kassel: RECOM. Wieteck, P. et al. (2019). Wissenschaftliche Hintergründe. European Nursing care Pathways - Version 3.0. Kassel: RECOM. Retrieved from https://www.recom.eu/files/recom/40-wissen/enp-entwicklung/einleitung/ENP_Wissenschaftliche_Hintergruende_2019_DE.pdf (Accessed: 04.11.2019). Wieteck, P. & Schindler, M. (2018). Pflegerisches Basis-Assessment (BAss). Ein Weg zur Entbürokratisierung. CNE Pflegemanagement, 2, pp. 9-11.

Datenschutzkonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger

Qualitätssicherungskonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger