Optimierte Akutversorgung geriatrischer Patienten durch ein intersektorales telemedizinisches Kooperationsnetzwerk rund um die Uhr

Optimal@NRW


Medizinische Fachrichtungen
Allgemeinmedizin // Notfallmedizin
Schlagworte
Arzt-Patienten-Kommunikation // Case Management // Konsil // Monitoring // Netzwerk/Vernetzung // elektronische Fallakte (eFA) // elektronische Patientenakte (ePA) // sektorenübergreifend // ältere Menschen
Versorgungsebene
Notfallversorgung // hausärztliche Versorgung

Stationäre Altenpflege

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Zielsetzung

Das Projekt Optimal@NRW steht für einen neuen intersektoralen Ansatz der Akutversorgung pflegebedürftiger geriatrischer Personen. Dieser Ansatz umfasst die Implementierung von Frühwarnsystemen, die Ausstattung mit Telekonsultationssystemen und die sektorenübergreifende digitale Behandlungsdokumentation in den 24 Pflegeheimen, welche dem Konsortium angehören. Das Projekt greift die aktuell geplanten Änderungen in der Notfallversorgung auf und erweitert diese noch um einen „virtuellen digitalen Tresen“, welcher seitens der Uniklinik RWTH Aachen gemeinsam mit der KV Nordrhein rund um die Uhr betrieben wird. Konkret bedeutet dies, dass bei Auftreten einer medizinischen Fragestellung, in einem der teilnehmenden Pflegeheime, über die Arztrufzentrale (116117) nach einer medizinischen Ersteinschätzung eine Telekonsultation mit dem virtuellen Tresen durchgeführt werden kann, oder andere Hilfestellungen organisiert werden. Insbesondere, wenn der Hausarzt zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar ist und es sich nicht um eine akute Situation handelt, können mobile Nicht-ärztliche Praxisassistenten mit Zusatzaufgaben NäPa(Z), das Personal vor Ort unterstützen und ärztlich delegierbare Leistungen im Rahmen von Pflegeheimbesuchen erbringen. Somit soll eines der zentralen Projektziele, die Vermeidung inadäquater Krankenhauseinweisungen bei ambulant-sensitiven Krankenhausfällen (ASK) und eine verbesserte medizinische Versorgung, erreicht werden.

Szenario
Beschreibung:

Außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten sowie wenn der Hausarzt der Bewohnerinnen und Bewohner verhindert ist, kontaktieren die teilnehmenden Altenpflegeeinrichtungen bei medizinischen Fragestellungen zunächst die Arztrufzentrale NRW (116117). Diese organisiert im Anschluss an eine medizinische Ersteinschätzung die notwendigen Hilfestellungen.

Zu diesen zählt nun auch eine Telesprechstunde mit den Teleärzten des Projekts Optimal@NRW oder mit dem Notdienst der kassenärztlichen Vereinigung. Somit wird die Verfügbarkeit medizinischer Beratung für die Bewohnerinnen und Bewohner der teilnehmenden Pflegeheime rund um die Uhr gewährleistet. Die enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Hausarzt ist dabei sehr wichtig. Dieser erhält über das Optimal@NRW-Computersystem eine entsprechende Mitteilung, wenn einer seiner Patientinnen und Patienten telemedizinisch behandelt worden ist und kann Einsicht nehmen sowie die weiteren Therapieschritte wie gewohnt durchführen. Innerhalb der Praxisöffnungszeiten können Hausärzte ebenfalls Telesprechstunden mit dem Pflegeheim durchführen, sofern diese für die Teilnahme am Projekt gewonnen werden konnten.

Nach erfolgter Telesprechstunde können bei Bedarf „Nicht-ärztliche Praxisassistenten mit Zusatzaufgaben (NäPa(Z))“ das Pflegepersonal vor Ort unterstützen und ärztlich übertragbare Leistungen erbringen. Somit soll eines der zentralen Projektziele, die Vermeidung unnötiger und vorschneller Krankenhauseinweisungen, erreicht werden.

Informationsgewinnung und -übertragung:

Erfassung der gesamten medizinisch-pflegerischen Daten in einer zentralen elektronischen Patientenakte (z-ePA); diese beruht auf den IHE-Strukturen einer Elektronischen Fallakte (EFA) der RZV Rechenzentrum Volmarstein GmbH. In die Akte werden über strukturierte HTML-basierte Formulare die Daten erfasst. Der Zugriff auf die z-ePA erfolgt im Sinne einer Zweifaktorauthentifizierung über sichere technische Kanäle (VPN, Client-Zertifikate) plus namentlichen User-Logins mit Kennwörtern. Die z-ePA wird zentral in den Rechenzentren der RZV GmbH vorgehalten, die Clients benötigen neben den erwähnten technischen Zugängen nur einen internetfähigen Browser.

Zudem besteht eine Schnittstelle zu einem Frühwarnsystem auf Basis eines Monitoringsystems der Firma Philips. Die dort erhobenen Vitaldaten gehen direkt per HL7-Schnittstelle in die z-ePA ein.

Im Falle notwendiger Telesprechstunden werden die durch das Telemedizinische Terminal der Firma DocsInClouds erhobenen Daten als PDF in der z-ePA abgelegt.

Zur Vermeidung notwendiger Doppelerfassungen durch das Pflegepersonal wird eine direkte Schnittstelle zum Pflegedokumentationssystem Connext Vivendi implementiert.

Alle evaluationsrelevanten Daten werden mit Pseudonym an ein Trustcenter zur weiteren Bearbeitung übertragen.

Informationsempfänger und -verarbeitung:
  • Telemedizinisches Zentrum der Uniklinik RWTH Aachen
  • Monitoringteam des Studienzentrums
  • Hausärztinnen und Hausärzte
  • Notärztinnen und Notärzte
  • Pflegekräfte in den Altenpflegeeinrichtungen
  • Evaluationsinstitut
Abgeleitete Maßnahmen:
  • Überblick des aktuellen Gesundheitszustandes über ein Dashboard auf Basis der erhobenen Daten
  • Kontaktmöglichkeit zu den Notärztinnen/Notärzten der 116117 bzw. der Uniklinik RWTH Aachen
Zusätzliche Maßnahmen:

-

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Beteiligte und Teilnehmende
Zielgruppe:

Geriatrische, multimorbide Bewohner/innen von stationären Altenpflegeeinrichtungen

Einschlusskriterien:

Keine besonderen Einschlusskriterien; wichtig ist die Zustimmung der Bewohner/innen

Ausschlusskriterien:

Fehlende bzw. zurückgezogene Einwilligung zur Teilnahme durch die Bewohner/innen

Teilnehmende Versicherte:

Geplante Anzahl: 1200
Einzugsgebiet: DE Nordrhein-Westfalen

Auswahl-/Zugangsverfahren der Versicherten:

Freiwillige Teilnahme der Bewohner/innen in den beteiligten Altenpflegeeinrichtungen nach Aufklärung durch das Studienteam der Uniklinik RWTH Aachen.

Anreizsystem für Teilnehmer:

-

Einbindung der Versicherten:

Aufklärung mit Aufzeigen der Vorteile einer Teilnahme am Projekt

Teilnehmende Leistungserbringer:

Krankenhäuser, Pflegeheim, Ärzte

Auswahl-/Zugangsverfahren der Leistungserbringer:

Konsortialleiter ist die Uniklinik RWTH Aachen mit ihrer Notfallambulanz, dazu kommt die Ärztliche Notrufzentrale sowie die Hausärztinnen und Hausärzte der für das Projekt rekrutierten Bewohner/innen

Kostenträger:

1. Kostenträger
TK

2. Kostenträger
IKKclassic

3. Kostenträger
DAK

4. Kostenträger
BARMER

Weiterführende Informationen

Keine Angabe durch den Projektträger

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Evaluation
Durchführung einer Evaluation:

Laufend

Typ der Evaluation:

Medizinisch, Ökonomisch

Ziele der Evaluation:

Nachweis einer zweckgerichteten "neuen Versorgungsform" mit Vermeidung unnötiger teurer Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte.

Durchführende Organisation:

Universität Bielefeld

Art/Typ des Evaluationskonzeptes:

Auswertung der Studiendaten aus der z-ePA sowie weiterer Daten der beteiligten Kostenträger

Art des Evaluationsdesigns:

-

Art der verwendeten Daten:

Dokumentierte Daten der zentralen elektronischen Patientenakte

Ergebnisse:

Erst mit Ende des Projektes verfügbar

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PICO Fragen
Patientenkollektiv:

Keine Angabe durch den Projektträger

Intervention:

Keine Angabe durch den Projektträger

Kontrollgruppe:

Keine Angabe durch den Projektträger

Outcome:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Rechtsgrundlage
Vorhandene Rechtsgrundlage:

Öffentliche Förderung

Zusätzliche Rechtsgrundlage:

Keine Angabe durch den Projektträger

Angestrebte Rechtsgrundlage:

Keine Angabe durch den Projektträger

Genutzte Förderprogramme:

Programmname: Innovationsfonds Neue Versorgungsformen
Förderkennzeichen: 01NVF19015
Programmvolumen: 14.940.000€

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Verwandte Projekte
Verwandte Projekte:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Fakten auf einen Blick

Projektlaufzeit:

01.04.2020 bis 31.03.2024

Stand:

10.08.2022

Webpräsenz:

Gesamtprojektleiter :

Uniklinik RWTH Aachen
Priv.-Doz. Dr. Jörg Christian Brokmann

Adresse:

Ärztlicher Projektleiter:

Keine Angabe durch den Projektträger

Veröffentlichungen:

Wissenschftliche Publikationen:
Keine Angabe durch den Projektträger

Datenschutzkonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger

Qualitätssicherungskonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger