Digital Integrierte Versorgung von Diabetes mellitus Typ-2 und Parodontitis

DigIn2Perio


Medizinische Fachrichtungen
Allgemeinmedizin // Diabetologie // Zahnmedizin
Schlagworte
App // Arzt-Patienten-Kommunikation // Compliance/ Adhärenz // Diabetes Typ 2 // Diabetes mellitus // Netzwerk/Vernetzung // chronisch // elektronische Patientenakte (ePA) // integrierte Versorgung // interdisziplinär // sektorenübergreifend
Versorgungsebene
Diagnostik // Prävention/Gesundheitsförderung // ambulante Versorgung // hausärztliche Versorgung

zahnmedizinische Versorgung

//
Zielsetzung

Verbesserung der integrierten Versorgung von Patient:innen mit Typ-2 Diabetes mellitus (T2DM) und Parodontitis, einerseits durch hausärztlich initiierte Parodontitis-Versorgung von T2DM-Patient:innen und andererseits durch zahnärztlich initiierte Diabetesversorgung von Parodontitis-Patient:innen

Szenario
Beschreibung:

Eine im Mai 2021 durch den Weltgesundheitsrat erlassene WHO Resolution betont die Mundgesundheit als integrales Element der Allgemeingesundheit sowie die Notwendigkeit einer diesbezüglich stärker integrierten Versorgung. Eine Vielzahl von Studien belegt das gleichzeitige Auftreten von Zahnerkrankungen und chronisch-systemischen Erkrankungen. Insbesondere besteht ein bidirektionaler Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus Typ-2 (T2DM) und Parodontitis. Die Parodontitis-Prävalenz ist unter Patient:innen mit T2DM 2- bis 3-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Menschen mit Diabetes haben ein höheres Risiko für schnelleres Fortschreiten einer Parodontitis, was sich in häufigerem Zahnverlust manifestiert. Parodontale Behandlungserfolge können bei glykämisch schlecht eingestellten Menschen mit Diabetes ebenfalls schlechter aufrechterhalten werden. Bei Patient:innen mit T2DM und parodontalem Handlungsbedarf reduziert eine Parodontalbehandlung den HbA1c-Wert nach einem Jahr um 0,6 Prozentpunkte. Dies zeigt, dass ein Screening von Patient:innen mit T2DM auf Parodontitis sowie umgekehrt eine bessere Versorgung ermöglichen kann. Dennoch verlaufen Erkennung und Versorgung von T2DM und Parodontitis in Deutschland größtenteils getrennt voneinander. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft schätzt die Dunkelziffer der nicht diagnostizierten Menschen mit Diabetes in Deutschland auf ungefähr 2 Millionen. Bis zur ersten Diagnose leben Betroffene im Schnitt 8 Jahre mit einem unentdeckten T2DM. Auch bei Parodontitis gibt es eine Diskrepanz zwischen Versorgungsbedarf und wahrgenommener Versorgung. Derzeit leiden ca. 10 Millionen Menschen in Deutschland an schwerer Parodontitis, aber es werden jährlich nur ca. 1 Million Parodontitis-Behandlungen bei den Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) abgerechnet. Diese Versorgungslücke ist bei Patient:innen mit T2DM und Parodontitis nicht nur ausgeprägter, sondern hat auch schwerwiegendere Folgen für die langfristige Gesundheit der Patient:innen. Zusätzlich entstehen der Versicherungsgemeinschaft vermeidbare Kosten.

Informationsgewinnung und -übertragung:

Per App, Befragung, aus der ePA bzw. per Telefon. 

Informationsempfänger und -verarbeitung:

Hausarztsetting: Screening von Patient:innen mit T2DM auf Parodontitis mittels digitaler Applikation. Das Resultat des Screenings wird zum vereinfachten Datenaustausch in der elektronischen Patientenakte vermerkt.

Zahnarztsetting: Screening von Patient:innen mit Parodontitis auf T2DM mittels digitaler Applikation. Das Resultat des Screenings wird zum vereinfachten Datenaustausch in der elektronischen Patientenakte vermerkt.

Abgeleitete Maßnahmen:

Hausarztsetting: Bei erhöhtem Parodontitis-Risiko, aufklärendes Arztgespräch und Überweisung an Zahnärzt:in. Regelmäßige Kommunikation bzgl. Parodontitis-Versorgung bei nachfolgenden DMP-Terminen.

Zahnarztsetting: Bei erhöhtem T2DM-Risiko, aufklärendes Arztgespräch und Überweisung an Hausärzt:in. Regelmäßige Kommunikation bzgl. T2DM-Versorgung i.R.d. weiteren Parodontitis-Therapie.

Zusätzliche Maßnahmen:

Keine Angabe durch den Projektträger

Dateien:
ha_versorgung.pdf za_versorgung.pdf
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Beteiligte und Teilnehmende
Zielgruppe:

Patient:innen mit T2DM und Parodontitis.

Einschlusskriterien:

Hausarztsetting: Patient:innen aller GKV-Kassen im T2DM DMP.

Zahnarztsetting: Patient:innen aller GKV-Kassen in Parodontitisversorgung

Ausschlusskriterien:

Hausarztsetting: Patient:innen, welche in den letzten 12 Monaten eine Parodontalbehandlung erhalten haben.

 

Zahnarztsetting: Patient:innen mit bekanntem Diabetes mellitus Typ-1 oder Typ-2.

Teilnehmende Versicherte:

Geplante Anzahl: 3808
Einzugsgebiet: DE Baden-Württemberg, DE Nordrhein-Westfalen

Auswahl-/Zugangsverfahren der Versicherten:

Einschreibung durch Hausarzt- bzw. Zahnarztpraxen.

Anreizsystem für Teilnehmer:

Incentives für teilnehmende Praxen

Einbindung der Versicherten:

Zusammenarbeit mit der Deutsche Diabeteshilfe Menschen mit Diabetes, Landesverb. NRW e.V.

Teilnehmende Leistungserbringer:

Zahnärzte, Ärzte

Auswahl-/Zugangsverfahren der Leistungserbringer:

Auf hausärztlicher Seite verfügen die Projektpartner über ein großes Netz von akademischen Lehrpraxen und in verschiedensten Projekten kooperierenden Forschungspraxen. Auf zahnärztlicher Seite wurde in enger Zusammenarbeit zwischen den Koordinatoren der klinischen Studie, KZVBW, KZVNR und DGParo ein umfassendes Rekrutierungskonzept erarbeitet. Modellvorhaben nach § 63 i.V.m. § 64 SGB V bzw. Behandlungsvertrag nach §§ 630 a-c BGB.

Kostenträger:

Innovationsfonds
E-Mail: innovationsfonds-versorgungsformen@dlr.de

Adresse:
Gutenbergstraße 13
10587 Berlin
Deutschland

Weiterführende Informationen

Keine Angabe durch den Projektträger

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Evaluation
Durchführung einer Evaluation:

Keine Angabe durch den Projektträger

Typ der Evaluation:

Compliance, Medizinisch, Sonstige, Ökonomisch

Ziele der Evaluation:

Ergebnisevaluation: Führt die NVF im Vergleich zur Regelversorgung nach einem Jahr zu einer Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit T2DM und Parodontitis, einerseits durch hausärztlich initiierte Parodontitis Versorgung von T2DM-Patient:innen (gemessen am HbA1c-Wert) und andererseits durch zahnärztlich initiierte Diabetesabklärung von Parodontitis Patient:innen (gemessen an zusätzlich diagnostiziertem T2DM)?

Prozessevaluation: wird die NVF wird wie geplant umgesetzt?

Ökonomische Evaluation: lassen sich durch die NVF mit begrenzten Ressourcen Effekte erzielen, die mittelfristig zu einer Reduktion der Versorgungskosten führen?

Durchführende Organisation:

Universitätsklinikum Heidelberg
Adresse:
69120 Heidelberg
Deutschland

Telefon: +496221566002

Art/Typ des Evaluationskonzeptes:

Die Primärevaluation überprüft, inwieweit sich die neue Versorgungsform und derzeitige GKV-Regelversorgung unterscheiden hinsichtlich Erkrankungslast durch T2DM bzw. Parodontitis, T2DM-Diagnosen, Inanspruchnahme, Lebensqualität sowie Kostenwirksamkeit. Zudem erfolgen Analysen bzgl. Implementierung undVergütungspräferenzen.

Art des Evaluationsdesigns:

Die Hausarztstudie ist eine praxisbasierte, multizentrische, nichtrandomisierte kontrollierte Studie.

Die Zahnarztstudie ist eine praxisbasierte, multizentrische, cluster-randomisierte kontrollierte Studie.

Art der verwendeten Daten:

GKV-Routinedaten, DMP-Dokumentationsdaten, speziell für die Evaluation erhobene Daten in Form eines Fragebogens.

Ergebnisse:

Keine Angabe durch den Projektträger

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PICO Fragen
Patientenkollektiv:

Einschlussberechtigt sind auf Hausarztseite alle Teilnehmer:innen (alle GKV-Kassen) des T2DM DMP, die seit mindestens 4 Quartalen kontinuierlich teilgenommen und keine Parodontitis-Therapie innerhalb der vergangenen 12 Monate erhalten haben. Auf Zahnarztseite sind alle volljährigen GKV-Patient:innen einschlussberechtigt, die Notwendigkeit für eine systematische Parodontitis-Therapie haben und bisher nicht mit T2DM oder T1DM diagnostiziert wurden. Nicht einschlussberechtigt sind in beiden Studien Personen, die in Pflegeheimen leben oder unter Vormundschaft stehen.

Intervention:

Digital unterstützte integrierte Versorgung von Patient:innen mit T2DM und Parodontitis mit folgenden Elementen:

Hausarztsetting: Screening von Patient:innen mit T2DM auf Parodontitis mittels digitaler Applikation. Bei erhöhtem Risiko, aufklärendes Arztgespräch und Überweisung an Zahnärzt:in. Das Resultat des Screenings wird zum vereinfachten Datenaustausch in der elektronischen Patientenakte vermerkt. Regelmäßige Kommunikation bzgl. Parodontitis-Versorgung bei nachfolgenden DMP-Terminen.

Zahnarztsetting: Screening von Patient:innen mit Parodontitis auf T2DM mittels digitaler Applikation. Bei erhöhtem Risiko, aufklärendes Arztgespräch und Überweisung an Hausärzt:in. Das Resultat des Screenings wird zum vereinfachten Datenaustausch in der elektronischen Patientenakte vermerkt. Regelmäßige Kommunikation bzgl. T2DM-Versorgung i.R.d. weiteren Parodontitis-Therapie.

Kontrollgruppe:

GKV-Regelversorgung

Outcome:

Niedrigere Erkrankungslast infolge T2DM bzw. Parodontitis, mehr T2DM-Diagnosen, verbesserte Inanspruchnahme, höhere Lebensqualität.

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Rechtsgrundlage
Vorhandene Rechtsgrundlage:

§ 63, 64 SGB V (Modellvorhaben)

Zusätzliche Rechtsgrundlage:

Behandlungsvertrag nach §§ 630 a-c BGB

Angestrebte Rechtsgrundlage:

§ 137f, § 137g SGB V; § 140a SGB V

Genutzte Förderprogramme:

Programmname: Innovationsfonds
Förderkennzeichen: 01NVF21115
Programmvolumen: ca. 5,4 Millionen Euro

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Technik
Technische Komponenten:

(trifft nicht zu)

Verwendete Standards:

Keine Angabe durch den Projektträger

Weitere verwendete Standards:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Verwandte Projekte
Verwandte Projekte:

Keine Angabe durch den Projektträger

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Fakten auf einen Blick

Projektlaufzeit:

01.10.2022 bis 30.09.2026

Stand:

15.06.2022

Webpräsenz:

Keine Angabe durch den Projektträger

Gesamtprojektleiter :

Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. Dr. Dr. Stefan Listl

Adresse:
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Deutschland
stefan.listl@med.uni-heidelberg.de
Mobile: 06221566002

Ärztlicher Projektleiter:

Universitätsklinikum Heidelberg
Frau Prof. Dr. Dr. Stefan Listl

Adresse:
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Deutschland
stefan.listl@med.uni-heidelberg.de
Mobile: 06221566002

Veröffentlichungen:

Wissenschftliche Publikationen:
Keine Angabe durch den Projektträger

Datenschutzkonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger

Qualitätssicherungskonzept:
Keine Angabe durch den Projektträger